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Bodenbelastung im Familiengartenareal Betschenrohr
Im nördlichen Teil des Familiengartenareals Betschenrohr wurden Schadstoffe im Boden entdeckt. In einigen Dutzend Parzellen muss deshalb die Nutzung eingeschränkt werden.

Aktuelles

Die schriftliche Verfügung des Kantons liegt nun vor. Die Nutzungseinschränkungen in den roten Bereichen sind unverändert. In den orangen Bereichen ist es zu Anpassungen gekommen. Bitte beachten Sie die neuen Karten zu den Nutzungseinschränkungen.

Das südwestliche Areal wurde Anfang Juli beprobt. Nach den Sommerferien, voraussichtlich im September, wird die Stadt Schlieren über die Resultate informieren können.

(zuletzt aktualisiert: 15.07.2024)

Ausgangslage

Im Familiengartenareal Betschenrohr wurde in verschiedenen Bereichen eine zu hohe Belastung an Schadstoffen im Boden festgestellt. Es handelt sich dabei vor allem um die Schwermetalle Quecksilber und Cadmium. Diese Schadstoffe können zu gesundheitlichen Problemen führen, wenn sie über einen längeren Zeitraum über den Verzehr von belastetem Gemüse oder durch die direkte Aufnahme der belasteten Erde (z.B. wenn Kinder mit der Erde spielen) in den Körper gelangen.

Keine akute Gefährdung, jedoch müssen vorsorgliche Massnahmen ergriffen werden
Es besteht keine akute Vergiftungsgefährdung. Es besteht aber eine konkrete Gefährdung der Gesundheit durch eine chronische Schadstoffexposition. Um das Risiko einer möglichen Schadstoffaufnahme zu reduzieren, müssen auf der Grundlage des Umweltschutzgesetzes Massnahmen ergriffen werden. Es handelt sich dabei um sehr strenge Vorsichtsmassnahmen zum Schutz der Gärtnerinnen und Gärtner.

Gesetzliche Grundlage
Auf der Grundlage des Umweltschutzgesetzes hat der Bund für belastete Böden sogenannte Richt-, Prüf- und Sanierungswerte definiert. Der Richtwert gibt an, ab welcher Konzentration eines Schadstoffes, die Bodenfruchtbarkeit langfristig nicht mehr gewährleistet ist. Jegliche Nutzung ist weiterhin uneingeschränkt möglich. Wenn der Richtwert überschritten ist, so gilt es, die Belastungsquellen zu stoppen. Bei Überschreiten der Prüfwerte müssen die Kantone abklären, ob die Schadstoffbelastung des Bodens eine konkrete Gefährdung darstellt. Ist dies der Fall, so müssen sie die Nutzung so weit einschränken, dass diese Gefährdung nicht mehr besteht. Sind Sanierungswerte überschritten, so muss die entsprechende Nutzung verboten werden.

Die Resultate der Bodenproben im Betschenrohr zeigen, dass auf verschiedenen Flächen die Prüfwerte für Cadmium und die Sanierungswerte für Quecksilber überschritten werden.

Kanton hat Nutzungseinschränkungen erlassen
Die zuständige kantonale Behörde, das Amt für Landschaft und Natur (ALN), hat aufgrund der Untersuchungsresultate für das nördliche Areal eine Verfügung mit unterschiedlichen Massnahmen für belastete Bereiche erlassen. Die Massnahmen betreffen den Nahrungspflanzenanbau sowie den Aufenthalt von Kindern auf den Böden und reichen von Empfehlungen für Vorsichtsmassnahmen, eingeschränkter Nutzungen bis zu einem Verbot bestimmter Nutzungen.

Das Grundwasser ist sicher
Da sich im Betschenrohr auch Grundwasserpumpwerke befinden, hat die Wasserversorgung der Stadt Schlieren aufgrund der Resultate der Bodenproben zusätzliche Untersuchungen des Grundwassers durchgeführt. Im Grundwasser wurden keine erhöhten Schadstoffwerte festgestellt und es kann weiterhin ohne Einschränkung konsumiert werden.

Über die Ursache kann nur gemutmasst werden
Die Ursache der Bodenbelastungen zu definieren, ist historisch bedingt sehr schwierig. Hier kann nur gemutmasst werden. Der Zeitpunkt des Eintrags kann nicht genau ermittelt werden. Dementsprechend sind Schuldzuweisungen an die Gartenpächterinnen und -pächter fehl am Platz. Das Areal wird seit fast hundert Jahren zum Gärtnern genutzt und es liegt in der Nähe von Industriegebieten. Die möglichen Ursachen, wie die Schadstoffe in den Boden gekommen sind, sind vielfältig: Verbrennung von Abfällen und Kohle, Brandereignisse, Einträge aus der nahegelegenen Industrie über die letzten hundert Jahre, Ausbringen von Asche, Einsatz von Abfalldüngern, Klärschlamm oder schadstoffhaltigen Pflanzenschutzmitteln oder unwissentliche Einbringung schadstoffbelasteten Bodens.

Zufallsbefund dank kantonalem Revitalisierungsprojekt
Die Bodenbelastung wurde zufälligerweise bei Untersuchungen für das Revitalisierungsprojekt "Lebendige Limmat" festgestellt. Diese Untersuchungen fanden gestaffelt im gesamten Perimeter des Projekts statt. Ziel der Untersuchung war es, den Bodenaufbau zu ermitteln und die Grundlagen für die spätere Bodenverwertung bzw. Bodenentsorgung zu erarbeiten.

Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die E-Mail-Adresse familiengarten@schlieren.ch oder an die Telefonnummer 044 738 15 49.

Übersicht Parzellen Familiengarten Betschenrohr
Hier finden Sie Informationen zu den Nutzungseinschränkungen und aktuelle Übersichtspläne, auf der betroffene Gärtnerinnen und Gärtner ihre Parzelle finden.
Hier finden Sie Informationen zu den Nutzungseinschränkungen und aktuelle Übersichtspläne, auf der betroffene Gärtnerinnen und Gärtner ihre Parzelle finden.
Häufige Fragen
Wir beantworten häufig gestellte Fragen der betroffenen Gärtnerinnen und Gärtner.
Wir beantworten häufig gestellte Fragen der betroffenen Gärtnerinnen und Gärtner.
Der Familiengarten Betschenrohr

Viele Fragen zum weiteren Vorgehen sind noch offen. Die Stadt Schlieren informiert laufend auf Grundlage der aktuellen Informationen.

Viele Fragen zum weiteren Vorgehen sind noch offen. Die Stadt Schlieren informiert laufend auf Grundlage der aktuellen Informationen.